14 Kilowatt-Peak, vier Elektroautos und eine Zukunft für emissionsfreie Bau- & Industriemaschinen

Die Metamorphose eines Unternehmers von der Begeisterung für Motorrennsport und Verbrennungstechnologie von der ersten Ölkrise über Al Gore bis zur Identifikation mit erneuerbaren Energien und der Überzeugung, dass Nachhaltigkeit und Klimaschutz bittere Notwendigkeit sind, um das Überleben der Menschheit zu sichern

Seit 60 Jahren Partner für das Bauhauptgewerbe und die Industrie

Seit 60 Jahren ist Tecklenborg Partner für das Bauhauptgewerbe und die Industrie. Teilhaber des Familienunternehmens in zweiter Generation ist Bernard Tecklenborg, der sich selbst als geborenen „Petrolhead“ beschreibt und viele Jahre privat Autorennen gefahren ist. Ein Leben für Leistung und Hubraum – privat und beruflich! Heute fährt Tecklenborg nur noch Elektroauto, warnt vor dem Klimawandel, investiert in Photovoltaik und nachhaltige Energieträger und will alle Tecklenborg-Standorte zu Ladezentren mit erneuerbarer Stromerzeugung entwickeln, um die Baumaschinenwelt endlich von den Vorteilen elektrisch betriebener Nutzfahrzeuge zu überzeugen: „Wir haben die Technik für emissionsfreie Bau- & Industriemaschinen, wir müssen sie nur einsetzen.“

Ölkrise

Das Auto steht nach dem zweiten Weltkrieg in den westlichen Industrieländern als Zeichen für Wachstum, Wohlstand und Freiheit. Erschüttert wird dieses Gefühl durch die erste Ölkrise 1973. Im Herbst des Jahres drosselte die Organisation der arabischen Erdöl exportierenden Staaten (OAPEC) die Fördermengen um fünf Prozent, um westliche Länder wegen ihrer Unterstützung Israels im Jom-Kippur-Krieg unter Druck zu setzen. Der Ölpreis steigt um 70 Prozent von rund drei US-Dollar pro Barrel auf über fünf Dollar.

Für Bernard Tecklenborg ist diese Ölkrise die eigentliche Geburtsstunde der Elektromobilität: „Zum ersten Mal wurde klar, wie abhängig die westliche Welt vom Erdöl ist. Danach hat man über Alternativen nachgedacht“. Herr Tecklenborg fährt seit Jahren Elektroauto, betreibt Photovoltaikanlagen und macht sich Gedanken über Umwelt, Kreisläufe und Wirtschaft. Er hat Jura und Betriebswirtschaft studiert und viele Jahre auf der Überholspur gelebt. Das Mantra der Industriegesellschaft – „schneller, effiziente, größer“ hat er bis zu seinem Herzinfarkt intensiv gelebt. Heute spielt der Inhaber des Bau- und Industriemaschinenunternehmens Tecklenborg begeistert Naturhorn – ein Instrument, das so ursprünglich und einfach ist, dass mindestens fünf Bläser notwendig sind um alle Töne der Tonleiter in Harmonie spielen zu können. Er spricht von Al Gore, seinen Dokumentationen und wie diese seine Einstellung geändert haben. Herr Tecklenborg erzählt vom Klimawandel, welchen Einfluss er auf Meeresströmungen hat und wie sich unser Leben auf der Erde verändern wird. Immer wieder sagt er „Wir leben auf Pump, das darf nicht sein: Wir haben Verantwortung für nachfolgende Generationen“.

Vom „Petrol-Head“ zum überzeugten E-Mobility-Verfechter

Früher waren Motorsport und schnelle Autos ein wichtige Elemente im Leben von Bernard Tecklenborg. Heute hat er die E-Mobilität verinnerlicht und arbeitet intensiv an der Energiewende im Bau- & Industriemaschinensektor. „Das ist alles andere als einfach“, erklärt der Unternehmer. „Dazu müssen Sie als erstes das eigene Team begeistern und dann Ihre Kunden“. Auf dem  Gestüt der Familie sammelt Tecklenborg seit Jahren mit elektrischen Hofladern Erfahrung: „Am Anfang gibt es natürlich viele Bedenken. Die einen glauben, dass die Pferde vor dem Surren des Elektroantriebs erschrecken. Andere hatten Bedenken, dass Hoflader zu leise sind und zu Unfällen führen, bis zur Frage Was tun, wenn plötzlich die Batterie leer ist? Nichts von alledem ist in den vergangenen Jahren passiert. Die Lader machen ihren Job, kein Pferd erschrickt und alle sind von den leisen, kraftvollen Helfern begeistert.“

Tecklenborg – 100 % Elektromobil

In der Familie fahren alle Tecklenborgs Elektroauto. Jetzt wird gerade das vierte E-Auto angeschafft und auf das Dach des Eigenheims wird eine 14 Kilowatt-Peak-Photovoltaikanlage installiert, die das Nachladen mit selbst erzeugtem Grünstrom ermöglichen wird. „Wir haben zwar auch in den Niederlassungen Ladesäulen, aber in Corona-Zeiten wird viel zuhause gearbeitet und die Fahrzeuge stehen die meiste Zeit vorm Eigenheim. Eine Photovoltaikanlage zum Nachladen und für den Eigenverbrauch macht Sinn“, erklärt Tecklenborg.

Photovoltaik – ohne Speicher, aber optimiert

Zur Photovoltaik kam der Unternehmer über einen früheren Mitarbeiter, der jetzt beim Energielösungsanbieter Powertrust GmbH arbeitet. Mit dem ist Herr Tecklenborg in gutem Kontakt, denn er hat ihn mit seiner Überzeugung und Begeisterung für erneuerbare Energien und Elektromobilität so mitgerissen, dass der Mitarbeiter schließlich beim damals noch reinen Stromspeicherhersteller Powertrust GmbH in Bremen angeheuert hat, was der Unternehmer noch immer bedauert. Jetzt hat Tecklenborg bei der Powertrust GmbH eine Photovoltaiklösung mit SolarEdge-Optimierern als Ladelösung in Auftrag gegeben – bewusst ohne Speicher, weil der Strom vom Dach praktisch zu hundert Prozent für Ladevorgänge und Eigenstromverbrauch genutzt wird und die Dachflächen voll belegt werden.

Bei Tecklenborg Bremen bald nur noch elektrische Baumaschinen

Ein Experiment will Tecklenborg in der Bremer Niederlassung starten: Neue Bau- und Industriemaschinen sollen dort in Zukunft ausschließlich mit elektrischen Antrieben verkauft werden. Maschinen mit Verbrennungsmotoren wird es nur noch als Gebrauchtmaschinen geben. Aktuell wird das Bremer Tecklenborg-Team von der Verbrennungstechnologie auf elektrische Antriebe geschult, was nicht bei allen Beteiligten sofort auf Begeisterung trifft. Außerdem sollen Firmenstandorte in Zukunft nicht nur Wartungs- und Vertriebszentren sein, sondern auch Ladestandpunkte mit eigener Grünstromproduktion. Das Tecklenborg-Ziel: elektrische Maschinen mit mobilen Stromspeichern laden, die mit selbst erzeugtem Ökostrom gefüllt sind. 

Tecklenborg zu seinem Plan: „Was uns zur Umsetzung fehlt ist nicht die Technik; die ist vorhanden. Was uns fehlt sind Fachkräfte mit elektrotechnischem Wissen, der Begeisterung für Elektromobilität und Elektroantriebe auf der Baustelle, die das Thema vordenken und unseren Kunden überzeugend rüberbringen können. Deshalb planen wir, für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Elektrofahrzeuge anzuschaffen, denn die eigenen Erfahrungen sind immer noch die besten“.

Weniger Verschleiß bei Nutzfahrzeugen

Für die Umstellung auf ein rein elektrisches Angebot hat Tecklenborg gute Gründe: „Rund 75 Prozent unserer verkauften Gabelstapler werden bereits heute elektrisch betrieben. Im Betrieb fallen im Vergleich zu Fahrzeugen mit klassischem Verbrennungsmotor weniger Kosten an, weil Verbrauch und Verschleiß bei elektrischen Antrieben wesentlich niedriger sind. Elektromotoren liefern vom Start weg volles Drehmoment und verrichten mit einem Drittel der Leistung die gleiche Arbeit wie ein dreimal stärkerer Verbrennungsmotor. Außerdem haben wir beobachtet, dass die geringen Vibrationen bei Elektrofahrzeugen zu weniger Abnutzung führen. Die Kunden, die sich für eine Maschine mit Elektroantrieb entschieden haben, haben aber nicht nur wirtschaftlich profitiert. Auch das Arbeitsumfeld hat profitiert: Es ist leiser und die Luft ist besser. Wichtig ist das eigene Tankverhalten zu ändern; nicht zu warten, bis die Batterie leer ist. Die Maschine wird sofort an die Ladestation gesteckt, wenn sie länger steht und wo immer es möglich ist. So ist immer maximale Reichweite und Arbeitsdauer garantiert.“

Wir haben eine Verantwortung für nachfolgende Generationen

Zu erneuerbaren Energien hat Herr Tecklenborg eine ganz eigene Meinung: „Wenn die mit einer schwarz-roten Null wirtschaften ist das komplett in Ordnung. Sie retten der Menschheit den Allerwertesten. Die Frage ist doch: Wie können nachfolgende Generationen wirtschaften mit dem, was wir hinterlassen? Es ist unsere Verantwortung die Welt so zu verlassen, dass die nächste Generation Perspektiven hat und ein lebenswertes Leben führen kann. Dazu gehört auch, dass Arbeit sich ändert – weg von der reinen Beschäftigung zu sinnvoller Arbeit mit Identifikation, Perspektive und Nachhaltig